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„Bio-Preis Thüringen 2026“: Boos-John zeichnet sechs Preisträger aus


Landwirtschaftsministerin: „Gute Ideen, Qualität und regionale Wertschöpfung sichtbar machen“ / Wettbewerb feiert zehnjähriges Bestehen

Thüringens Landwirtschaftsministerin Colette Boos-John hat heute im Rahmen der Landwirtschaftsmesse „Grüne Tage Thüringen“ sechs Unternehmen und Betriebe mit dem „Bio-Preis Thüringen 2026“ ausgezeichnet. Die Preise gingen nach Weimar, Ifta, Erfurt, Bischofroda, Mühlhausen und Ollendorf. Den 1. Platz in der Kategorie „Bioprodukt“ belegt die GL ObstNatur UG aus Weimar, der 1. Platz in der Kategorie „Biokonzept“ ging an die Bioland-Schäferei Peschke aus Bischofroda (Wartburgkreis). Insgesamt ist der Bio-Preis mit 13.000 Euro dotiert.

„Hinter der Entwicklung des Ökolandbaus stehen Menschen, die mit guten Ideen, unternehmerischem Mut und viel Engagement neue Wege gehen“, sagte Landwirtschaftsministerin Colette Boos-John bei der Preisverleihung. „Mit dem Bio-Preis wollen wir ihre Leistungen sichtbar machen und zugleich zeigen, wie vielfältig und innovativ die Thüringer Bio-Branche ist. Die ausgezeichneten Produkte und Konzepte stehen beispielhaft dafür, wie ökologische Landwirtschaft, regionale Wertschöpfung und unternehmerische Initiative erfolgreich miteinander verbunden werden können.“

Der Bio-Preis Thüringen wird seit 2016 im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben. Mit der inzwischen sechsten Verleihung würdigt das Land Thüringer Unternehmen und Betriebe, die mit besonderen Produkten oder Konzepten zur positiven Entwicklung des ökologischen Landbaus beitragen. Zugleich soll der Wettbewerb die Produkte und Unternehmen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen und damit ihre Marktposition stärken.

Zum Wettbewerb 2026 waren 43 Bewerbungen von 25 Thüringer Bio-Unternehmen eingegangen – davon 30 in der Kategorie „Bioprodukt“ und 13 in der Kategorie „Biokonzept“. Über die Preisträger entschied eine Jury aus Vertretern der Biobranche, Verbraucherberatung, Wissenschaft und Landwirtschaft. In beiden Kategorien erhalten die Erstplatzierten jeweils 4.000 Euro, die Zweitplatzierten 1.500 Euro und die Drittplatzierten 1.000 Euro Preisgeld.

„Die Bio-Branche bietet große Chancen für mehr Wertschöpfung und wirtschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum“, so Boos-John. „Dabei geht es nicht allein um die Größe der ökologisch bewirtschafteten Flächen. Entscheidend ist vielmehr, dass möglichst viel von dem, was in Thüringen erzeugt wird, auch hier verarbeitet und vermarktet wird. Dafür müssen Erzeuger, Verarbeiter, Handel und Vermarktung noch besser zusammenfinden. Und letztlich sind auch die Verbraucherinnen und Verbraucher gefragt: Wer bewusst zu regionalen Bio-Produkten greift, stärkt die heimische Landwirtschaft. Wie der Thüringer Bio-Marktbericht zeigt, tun das bereits immer mehr Menschen.“

Ende 2025 wirtschafteten in Thüringen 543 landwirtschaftliche Betriebe nach ökologischen Kriterien – etwa jeder sechste landwirtschaftliche Betrieb im Freistaat. Mehr als 68.000 Hektar werden ökologisch bewirtschaftet; seit 2015 hat sich diese Fläche mehr als verdoppelt.


Die Preisträger des Bio-Preises Thüringen 2026

Kategorie „Bioprodukt“

1. Platz: „Vitus – Streuobst Balsamico“, GL ObstNatur UG, Weimar

Der aus Äpfeln und Birnen biozertifizierter Streuobstwiesen hergestellte Balsamico verbindet die Entwicklung eines überzeugenden Produkts mit dem Erhalt einer artenreichen Kulturlandschaft. Veredelt wird der fruchtig-säuerliche Balsamico mit Biohonig; auch die markante Produktgestaltung überzeugte die Jury.

https://www.obstnatur.de/produkte/streuobstdelikatessen


2. Platz: „Rotes Geißlein“, Hof Rösebach, Ifta

Der halbfeste Ziegen-Schnittkäse „Rotes Geißlein“ wird aus hofeigener Bio-Ziegenmilch in der eigenen Käserei hergestellt. Der Betrieb hält rund 400 Thüringer Waldziegen und verbindet landwirtschaftliche Erzeugung unmittelbar mit handwerklicher Verarbeitung auf dem eigenen Hof.

https://hofroesebach.de/shop/ziegenschnittkaese/rotes-geisslein/


3. Platz: „Bio-Heupellets Heu + Salbei“, PelleTier Josefin und Andreas Reitberger GbR, Erfurt

Das Unternehmen bewirtschaftet eigene biozertifizierte Magerwiesen, um Heu und daraus hochwertiges Tierfutter in Pelletform herzustellen. Die Pellets werden in Kleinrettbach produziert und können mit unterschiedlichen Kräutern ergänzt werden; die ausgezeichnete Sorte enthält Salbei.

https://www.pellet-reitberger.de/


Kategorie „Biokonzept“

1. Platz: „Nachhaltige Lammfleischerzeugung mit Nolanaschafen“, Bioland-Schäferei Peschke, Bischofroda

Die Schäferei verbindet ökologische Tierhaltung, Naturschutz und wirtschaftliche Betriebsführung. Für die inzwischen rund 500 Nolana- und Dorper-Schafe stehen insgesamt 231 Hektar Weidefläche zur Verfügung, darunter umfangreiche Naturschutzflächen. Auf einigen Flächen sind Photovoltaik-Anlagen so installiert, dass die Schafe darunter weiden können. Den Bioanspruch erfüllt der Familienbetrieb bereits seit 2008.

https://www.nolanaschafe-peschke.de/


2. Platz: „Ökologischer Landbau und Sozialtherapie mit Tagesstätte“, Gut Sambach gGmbH, Mühlhausen

Auf Gut Sambach werden ökologische Landwirtschaft und soziale Teilhabe miteinander verknüpft. Menschen mit psychischen Erkrankungen und seelischen Beeinträchtigungen werden in landwirtschaftliche, handwerkliche und verarbeitende Tätigkeiten auf dem Biohof einbezogen; die Tagesstätte unterstützt damit auch Übergänge in das reguläre Berufsleben. Aktuell leben 28 beeinträchtigte Menschen in einem Wohnheim dauerhaft auf Gut Sambach.

https://www.gut-sambach.de/


3. Platz: „Bauernhoferlebnisse“, Landwirtschaftsbetrieb Liane Scharf / Bauernhoferlebnisse Marie Scharf, Ollendorf

Das pädagogische Konzept macht ökologische Landwirtschaft für Kinder und Jugendliche unmittelbar erlebbar. Von Aussaat und Ernte über die Verarbeitung bis zur Tierhaltung lernen Gruppen aus inzwischen mehr als 20 Einrichtungen die natürlichen Kreisläufe eines Biohofes durch eigenes Erleben praktisch kennen.

https://www.bauernhoferlebnisse.com/


Stephan Krauß
Pressesprecher
 

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